Im Vorwort zu “Das Antlitz der Dummheit” konstatierte Konrad Josef 1995, dass bei den Inhalten besonders der institutionalisierten Erziehung Einiges grundsätzlich geändert werden müsse, wobei Curriculumkommissionen nichts Neues zu Stande brächten. Als positives Beispiel nennt Josef die in Simbabwe beobachtete Einführung des Schulfaches “education for living”, das (sechsstündig) frei von Planzwängen aktuelle und erziehende Alltagsprobleme behandelt. Hier ist nicht alles bereits vororganisiert, vorstrukturiert, quasi vor- und fremdverantwortet, sind Schülerinnen und Schüler nicht zur Unverantwortung abbestellt, sondern hier ist Raum für spontanes Handeln, für das Reagieren auf Gefühle (und eine diesbezügliche Reflexion). Hier mag spezifisch Gemeinsames gefunden werden.

 

       Deutsches Blatt 

       Französisches Blatt

   Ass (Daus)

   Ass

   König

   König

   Ober

   Dame

   Unter (Wenzel)

   Bube

       die Farben        die Farben

   Eichel (Eckern)

   Kreuz

   Grün (Laub, Blatt, Gras)

   Pik

   Rot (Herz)

   Herz

   Schellen (Bollen)

   Karo

In Moskauer Schauprozessen (zur Zeit Stalins) wurde, wenn (keine Beweise und) keine Indizien für eine Verschwörung vorlagen, genau dieses Fehlen der Indizien als Nachweis der Verschwörung und damit als Schuldbeweis gewertet, denn Verschwörungen seien nur dann erfolgreich, wenn sie ihre Spuren verwischen. Das Nichtvorhandensein von Indizien wurde zum Beweis der Schuld.

Im Namen von Vielfalt und Polyphonie werden mit dem Ziel der Desinformation und Verwirrung bzw. Orientierungslosigkeit ganz unterschiedliche Dinge, die unterschieden werden müssten, auf eine Stufe gestellt. Propaganda und Desinformation gehen auf diese Weise als Meinung durch und werden aufgewertet, Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse werden im gleichen Zuge als Meinung abgewertet.

Der Begriff Vielfalt wird von ["alternativen Medien"] auch genutzt, um eigene Lügen als weitere, alternative oder zweite Meinung zu bezeichnen. Denn wenn alle [seriösen, freien] Medien das Gleiche berichten, so die dahinterliegende Idee, geschehe dies nicht etwa aus Gründen der Evidenz, sondern zur Vereinheitlichung der Perspektive. Auf diese Weise wird die einheitliche Beurteilung von Faktenwahrheiten zum Motiv einer Verschwörungsgeschichte der Gleichschaltung.

Verkehrungen in Gegenteil sind eine bewusst gewählte Machtstrategie, die versucht, die eigenen Interessen mit den Werten, Begriffen, Theorien und Strategien Anderer durchzusetzen. Sie sind ein Eingeständnis, dass die eigene Macht nur mit den Überzeugungen der Anderen zu erreichen ist.

 

Genauer nachzulesen in: Verkehrungen ins Gegenteil. Die Subversion als Machttechnik. Sylvia Sasse. Berlin 2023

Der Fake zeigt sich im Gegensatz zum Faktischen, hat Anteil am Fiktiven, ist eine Form der Verstellungskunst.
Ein Fake ist immer Absicht und will eine bestimmte Wirkung erzielen.
Es geht ihm nicht um Ausdruck oder Einsicht, sondern um den Eindruck, den er macht, und den Einfluss, den er nimmt.
Nur wo er es schafft, sein Publikum zu überfordern, kann ein Fake seine Wirkung tun.
Die Suggestion bedient sich einer Vielzahl an Techniken und Mechanismen: Mehrdeutigkeiten, schnelle Veränderungen, ein Mangel an Struktur, eine hohe Komplexität, Inkonsistenzen oder die Überraschung durch unerwartete Ereignisse, durch Fragen, Wortspiele, Witze, Provokationen des Senders bzw. Sprechers etc. In dieser Zone zwischen Reflex und Reflexion arbeitet auch der Fake.
Eine Täuschungstechnik ist 'blend and blur', vermischen und verwischen, nämlich Informationen aus unterschiedlichen Kontexten und unterschiedlicher Herkunft, sowie die Unkenntlichmachung der Übergänge und Unterscheidungen. So erscheint der eigentliche Flickenteppich als Textur eines einheitlichen Gewebes. Dabei können auch Fakten mit Fiktionen versetzt und Fiktionen mit Fakten untermauert werden.

Siehe genauer bei: Thomas Strässle. Fake und Fiktion.

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